23.10.2017 Alter: 29 Tage

Gezogene Schusswaffen gegen Bremer Fußballfans - Ist das verhältnismäßig?

Ende September fand das sogenannte Nordderby zwischen dem Hamburger Sport-Verein und dem SV Werder Bremen in Hamburg statt. Rund 170 Fans aus Bremen verpassten das Spiel, sie wurden von der Hamburger Polizei über mehrere Stunden auf einem Parkplatz festgehalten, kontrolliert und erst nach Spielende wieder nach Hause geschickt. Inzwischen wurde nun auch von der Polizei bestätigt, dass sich vermummte Zivilbeamte der Polizei Bremer Fans mit gezogener Waffe gegenüber stellten. Eine solche Vorgehensweise gegenüber Fans ist für uns als BAG nicht tragbar und in keinster Weise nachzuvollziehen. Uns stellt sich hier die Frage der Verhältnismäßigkeit des polizeilichen Handelns. Dass dieser so durchgeführte Einsatz der Hamburger Polizei zu keiner Zeit kritisch reflektiert oder hinterfragt, sondern auch im Nachhinein für gerechtfertigt bezeichnet wird, ist für uns nicht verständlich.

Hintergrund der polizeilichen Maßnahme war der Entschluss zahlreicher Werder-Fans, nicht auf von der Polizei angedachten Wegen anzureisen, sich in der Nähe des Stadions zu treffen und von dort gemeinsam zum Gästeblock zu laufen. Die Polizei bewertete das Anreiseverhalten laut eigener Aussage als konspirativ, umringte daher den Parkplatz eines Supermarktes, der als Treffpunkt fungierte, und ging dort gegen die Fans vor.

Schon zum wiederholten Mal wurde ein Teil der Gäste aus Bremen durch die Polizei daran gehindert, das Spiel in Hamburg zu besuchen, trotz vorangegangener mehrmaliger Angebote der Fanszene zur Beteiligung an einem gemeinsamen Anreisekonzept. Ebenso wie Werder-Präsident Dr. Hubertus Hess-Grunewald sehen wir die pauschale Vorverurteilung einer so großen Zahl von Fans äußerst kritisch. Diese sogenannte „Gefahrenabwehr“ schadet dem Verhältnis zwischen Fans und Polizei nachhaltig und führt immer weiter zu verhärteten Fronten zwischen den Beteiligten.

Eine angemessene und selbstkritische Aufarbeitung der Vorfälle durch die Polizei Hamburg halten wir für eine unabdingbare Grundlage zur Normalisierung der Verhältnisse. Nur so kann eine weitere Zuspitzung des Konflikts verhindert werden. Die BAG ist jederzeit bereit dabei unterstützend mitzuwirken.

Sophia Gerschel/Christian HelbichBAG SprecherInnen



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