erstellt am: 31 März, 2026 | Kategorie(n): BAG Allgemein

„Zwischen Anpfiff und Alltag“ – Jahrestagung der Fanprojekte in Erfurt

Zur Leitfrage: „Wie gelingt sozialpädagogische Fanarbeit zwischen dem Stadion und der Alltagsrealität junger Fußballfans?“, trafen sich vom 23. bis 26. März 2026 120 Mitarbeitende der 71 Fanprojekte zu ihrer 32. Jahrestagung in Erfurt.
Bereits am Montag konnten die bereits angereisten Fachkräfte zwischen Kiel und Freiburg, Mönchengladbach, Aachen und Cottbus an einem Vortrag zum Thema „Nur der RWE – Fußballfans im Visier der Stasi“ teilnehmen. Zudem gab es am Dienstagvormittag die Möglichkeit die Stadt Erfurt zu erkunden mit einer Führung zu dem Erinnerungsort „Topf&Söhne (Ofenbauer von Auschwitz)“ und einer Führung zur friedlichen Revolution in Erfurt 1989.

Doch nicht nur die Fachkräfte kamen zusammen. Auch Vertreter*innen aus Sport, Politik, Wissenschaft und Fanorganisationen waren am Dienstagnachmittag eingeladen. Begrüßt wurde auch die Ministerin für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie, Katharina Schenk, deren Ministerium für die beiden thüringischen Fanprojekte den Landesanteil übernimmt. Die Ministerin betonte in ihrem Grußwort die Bedeutung der Jugendhilfe im Sozialraum Fußball. Grußworte hielten auch der Sportbeauftragte der Stadt Erfurt, René Hofmann, Eric Roda Gracia als Vertreter der DFL, Christina Gassner für den DFB und Michael Gabriel für die Koordinationsstelle Fanprojekte bei der dsj.

Danach stand dabei vor allem eines im Mittelpunkt: der intensive Austausch zu aktuellen Entwicklungen rund um den Fußball, Fankultur und unsere sozialpädagogische Arbeit.
Neben einer Podiumsdiskussion zur Versachlichung der aktuellen Debatte rund um Stadionsicherheit und Fankultur mit dem Leiter der ZIS, Michael Madre, Stephanie Moldenhauer von der KoFaS, Christian Kabs vom Fanprojekt Dresden und Thomas Kirschner, Sprecher der Fanbeauftragten, bot die Tagung zahlreiche Workshops, u. a. zu Themen wie Distanzierungsarbeit, psychosoziale Problemlagen oder rechtliche Fragestellungen. Dabei wurde einmal mehr deutlich: Fanarbeit findet nicht nur am Spieltag statt, sondern begleitet junge Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenslagen. Dies verdeutlichte auch das Motto der diesjährigen Tagung – „Zwischen Anpfiff und Alltag“.

Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt war die Auseinandersetzung mit geplanten Verschärfungen im Bereich der Stadionverbote. Hier wurde aus fachlicher Perspektive kritisch diskutiert, welche Auswirkungen diese Entwicklungen auf die Fankultur und unsere Arbeit haben können.

Im Rahmen der Tagung wurde zudem eine weitere langjährig engagierte Persönlichkeit – Ralf Zänger ehemaliger Leiter des Fanprojekt Bochum, langjähriger Sprecher der BAG-Fanprojekte und Mitgründer der AG Quali – als Ehrenmitglied der BAG geehrt. Damit würdigte die BAG seinen besonderen Einsatz für die Entwicklung und Stärkung der Fanprojektarbeit in Deutschland. An dieser Stelle erinnern wir auch an die Ehrenmitglieder Heino Hassler und Ole Wolff, die ebenfalls 2025 posthum zu Ehrenmitgliedern ernannt wurden.

Ein besonderer Dank wurde außerdem Volker Körenzig, Sophia Gerschel und Sebastian Staneker ausgesprochen. Ihr Engagement im Zusammenhang mit dem Verfahren gegen das Fanprojekt Karlsruhe wurde von den Teilnehmenden ausdrücklich gewürdigt.

Die Jahrestagung machte deutlich: Die sozialpädagogische Fanarbeit steht weiterhin vor großen Herausforderungen, bleibt jedoch ein unverzichtbarer Bestandteil für ein respektvolles und solidarisches Miteinander im Fußball.

Großer Dank geht an das Fanprojekt Erfurt und den Ostverbund der BAG für die Organisation und Gastfreundschaft.


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