Aktuelles

Stellungnahme des Fan-Projekts Bremen e.V. zu den polizeilichen Maßnahmen beim Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg

„Folgend möchten wir eine Einordnung der Geschehnisse in Wolfsburg aus der Sicht der Mitarbeitenden des Fan-Projekts Bremen e.V. geben. Über die Maßnahmen am Wolfsburger Hauptbahnhof wurde schon von der Grün-Weißen Hilfe, von Werder Bremen und der regionalen und überregionalen Presse berichtet. Nach unseren Beobachtungen vor Ort stellen auch wir uns die Frage nach der Verhältnismäßigkeit.“ […]

fanprojektbremen.de/stellungnahme (Download – PDF Format)


Wir trauern um unseren langjährigen Kollegen Ole vom Fanprojekt Bielefeld

Tief erschüttert trauern wir um Olaf “Ole” Wolff.

Unser langjähriger Mitarbeiter, Kollege und Freund Ole ist tot. Er hat seinen langen und von vielen Rückschlägen geprägten Kampf gegen die Krankheit verloren.

Die Mitarbeiter*innen und der Vorstand des Fan-Projekts Bielefeld verlieren eine zentrale Persönlichkeit des Fan-Projekts und jemanden, der unser Wirken mehr als 21 Jahre entscheidend mitgeprägt hat.

Das Fan-Projekt und die Fanszene Arminias verlieren zudem einen engagierten Kämpfer für Fan-Interessen. Und auch der DSC, dessen Stärke in großem Maße in den treibenden Kräften seines Umfelds liegt, verliert eine ebensolche Kraft.

Wir sind unendlich traurig und können uns kaum vorstellen, wie das Fan-Projekt Bielefeld in Zukunft ohne Ole sein wird.

Im Jahr 2001 kam Ole Wolff als Sozialarbeiter zum Fan-Projekt. Nicht wenige Fans werden da gedacht haben: “Oha, wen hat das FP uns denn da hingestellt?”. Legendär ist beispielsweise das Foto in der Fan-Post, mit dem er seinerzeit vorgestellt wurde (kann auf Wunsch im FP angeschaut werden).

Schnell wurde aber deutlich, welche Rolle Ole beim Fan-Projekt einnehmen würde und mit welcher Ernsthaftigkeit, welchem Engagement und wieviel Herzblut er für seine Arbeit und die Fans eintreten würde. Gleich im ersten Jahr führte ihn sein Weg auf eine nicht einfache Mission: Wir besuchten die Gedenkstätte des Konzentrationslagers Majdanek und pflegten den Kontakt zu Fans des polnischen Vereins Resovia aus Bielefelds Partnerstadt Rzeszow. Eine Mischung aus Freizeit- und Bildungsangeboten, wie sie auch in den Folgejahren immer wieder einen Arbeitsschwerpunkt bildete. Noch im Jahre 2019 besuchte er mit einer Gruppe Ultras die Gedenkstätten Dachau und Theresienstadt; die letzte Reise dieser Art für ihn.

Auch in der regionalen Erinnerungsarbeit hat Ole deutliche Spuren hinterlassen. So war er eine der treibenden Kräfte der “Julius Hesse AG” des DSC und hat am Themenrundgang “Spurensuche – Arminia und der Nationalsozialismus” mitgewirkt.

Allerdings waren es nicht nur die schweren Themen, die Ole Wolffs Wirken und seinen Wert für uns bestimmt haben: Sein besonderer Humor, seine Diskussionsfreude und nicht zuletzt die Begeisterung für „seine“ Musik zeichneten ihn aus. Insbesondere letztere dürfte ihn bei ungezählten Auswärtsfahrten bis an die Grenzen seiner musikalischen Toleranz gebracht haben: Schlager, Onkelz, Eurodance, HipHop, alles meist nicht so sein Ding. Dennoch hat er in Bussen oder Zügen geduldig den Musikgeschmack der jeweiligen Fangeneration ertragen und sich für die Fans und ihre Interessen, auch gegen ordnungsbehördliche Widerstände, in die Bresche geworfen.

DSC Fans ab Geburtsjahr 1985 kennen Ole vielleicht als Begleiter am Mikrofon von U18-Bussen. Keine Fahrt mit ihm, ohne humorige Lautsprecherdurchsagen zum Quiz oder die gefürchtete Aufforderung zum Aufräumen des Busses. Solche Ansagen gab es natürlich auch bei den vielen Fan-Finals, die er begleitet hat. Dann allerdings mehr als Aufforderung zur Ruhe und dies in den frühen Morgenstunden. Doch auch hier meist mit Humor und Wohlwollen.

Auch im überregionalen Netzwerk der Fanprojekte hat er mit großem Engagement und mit Nachdruck gearbeitet. Hier kam ihm der fachliche Austausch manchmal zu kurz, ein guter Grund, um als Sprecher der nordrheinwestfälischen Fanprojekte aktiv zu werden und den Diskurs anzukurbeln. Eine Aufgabe, die er viele Jahre gerne übernommen hat, dabei hat er auch die Landesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte NRW mitgegründet. Diese ist heute eine wichtige landesweite Interessenvertretung, auch für die Anliegen von Fußballfans.

Zudem hat Ole Wolff das Fan-Projekt-Programm zu Europa- und Weltmeisterschaften der vergangenen zwei Jahrzehnte mitbestimmt und mit geprägt. Hat mit Fans an portugiesischen Stränden gefeiert (EM 04) oder für sie im Jugendzentrum die Leinwand gespannt und den Grill angefeuert. Zur kommenden WM hätte er allerdings sicher nichts gemacht, sondern zu ihrem Boykott aufgerufen.

Der vielleicht größte Verlust tut sich jedoch in der täglichen Arbeit des Fan-Projekts Bielefeld auf. Die für unsere Arbeit so wichtige Analyse der Vorgänge rund um Arminias Fangeschehen bereicherte Ole treffsicherer als jeder Torjäger des DSC.

Er hatte zudem immer ein offenes Ohr für die Probleme und Anliegen der Fans. Durch sein Engagement und seine Lobbyarbeit leistete er einen unschätzbaren Beitrag für die Fankultur in Bielefeld und hat darüber hinaus viele angehende und junge Sozialarbeiter*innen in diesem Arbeitsfeld geprägt.

Die Lücke, die sein Tod hinterlässt, ist nicht zu füllen. Ole Wolff hat im besten Sinne der Fans und des Fan-Projekts das Leitmotiv des DSC für ihre Anliegen verkörpert: stur, hartnäckig und kämpferisch!

Er wird uns unglaublich fehlen.
fanprojektbielefeld.de/wir-trauern/


Unsere Kurve e.V. zur strengeren Regulierung von Sportwetten

Positionspapier: Umgehend strengere Regulierung von Sportwetten

Mit einem Umsatz von ca. 9 Mrd. € pro Jahr bewegt die Sportwetten-Branche alleine in Deutschland astronomische Summen. Alle wissen es: Sportwetten bieten enormes Sucht- und Gefährdungspotenzial. Der Fußball-Betrieb profitiert durch Kooperations- und Sponsoring-Verträge mit Sportwetten-Anbietern, ohne seiner gesellschaftlichen Verantwortung ausreichend gerecht zu werden. Die Akteure im Fußball haben viel zu sehr den Profit im Blick. Das muss sich dringend ändern, denn Studien und Repräsentativerhebungen zeigen:

  • In Deutschland sind ca. 500.000 Menschen spielsüchtig oder weisen problematisches
    Glücksspielverhalten auf. Sportwetten haben daran einen bedeutenden Anteil, Tendenz steigend.
  • Pro glücksspielsüchtige Person sind bis zu 15 weitere Menschen des persönlichen Umfelds betroffen und leiden unter den negativen psychosozialen und finanziellen Auswirkungen.
  • Trotz Verboten stellen Glücksspiele für die über 9 Mio. Jugendlichen in Deutschland einen integralen Bestandteil ihrer Lebenswirklichkeit dar. So weist die Mehrheit der Minderjährigen Glücksspielerfahrungen auf, etwa ein Drittel hat in den letzten 12 Monaten gezockt.
  • Schon 2016 stammte jeder fünfte Euro der Einnahmen im Bereich der Sport- und Pferdewetten von süchtigen Spielenden. Es ist davon auszugehen, dass die Zahlen aufgrund der Marktentwicklung heute deutlich höher sind.
  • Im Fußball weisen etwa 10% der Profi- bzw. Breitensportler*innen problematisches Spielverhalten im Zusammenhang mit Glücksspiel, besonders mit Sportwetten, auf. Wir fordern die Politik auf, Werbung für Sportwetten im öffentlichen Raum umgehend stärker zu reglementieren sowie intensive Aufklärung und Prävention zu betreiben. Von Fußballverbänden und –vereinen fordern wir einen Verzicht auf Kooperationen und Sponsoring-Verträge mit Sportwetten- Anbietern. Bei noch bestehenden Verträgen fordern wir Einschränkungen bei der Sichtbarkeit von Werbung für Sportwetten sowie eine finanzielle Beteiligung an unabhängiger Aufklärungs- und Präventionsarbeit. […]

Gesamtes Positionspapier: Unsere-Kurve.de


Bewegte Zeiten für die Fansozialarbeit – 27. Jahrestagung der BAG der Fanprojekte

Unter dem Titel „Fußball ist immer noch wichtig – Bewegte Zeiten für die Fansozialarbeit“ fand vom 7. bis 9. September die 27. Jahrestagung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte in Mainz statt. Nach mehr als zweieinhalb Jahren war es die erste Fachtagung der bundesweit organisierten Fanprojekte, die wieder stattfinden konnte.

Neben Katharina Binz, Ministerin für Familie, Frauen, Kultur und Integration des Landes Rheinland-Pfalz, nahmen Fachkräfte aus den Fanprojekten und weitere geladene Gäste aus den Bereichen Fanorganisationen, Fußball, Politik oder auch der Polizei an der Eröffnungsveranstaltung teil.  Das Podiumsgespräch zum Tagungsthema machte deutlich, welchen Herausforderungen sich Jugendliche und junge Heranwachsende Fußballfans stellen müssen. So berichtete die Präsidentin der Psychotherapeut*innen-Kammer Rheinland-Pfalz, Sabine Maur, dass während der Kontaktbeschränkungen für Jugendliche und junge Erwachsene Prozesse, die in der Jugend prägend sind und identitätsbildende Erfahrungen einfach wegfielen. Nachteile durch die Pandemie hätten vor allem finanziell schlechter Gestellte und Jugendliche, die über wenig Ressourcen verfügen, erfahren. Dies äußerte sich durch ein höheres Aufkommen an depressiven Stimmungen und Essstörungen und auch der Medienkonsum stieg bei 14- bis 23jährigen stark an. Hierauf habe die Politik zu wenig geachtet. Viele hätten die Anpassungsleistungen, die die Pandemie erforderte, nicht leisten können.

Auch für die Fanprojekte war eine schnelle Anpassung an die neue Situation unausweichlich. Alle Teilnehmer*innen haben auf die verschiedenen Herausforderungen für Fans, Fanarbeit, Hilfebedürftige und Systeme hingewiesen. Die sozialpädagogische Fanarbeit, die normalerweise von Begegnung und persönlichen Kontakten lebt, musste in kurzer Zeit Wege finden, Fußballfans und deren Anliegen neu, aber ohne direkte Nähe, zu begleiten und zu unterstützen. Jana Spengler, Leiterin des Fanprojekt Darmstadt, betont in diesem Zusammenhang: „Die grundsätzliche Flexibilität der Fanprojekte und ihrer pädagogischen Arbeit machten Angebote und Unterstützung für Fußballfans in diesen Zeiten und auch zukünftig möglich.“ Die Orientierung der Fanprojekte an den Bedürfnissen junger Menschen hat und wird auch weiterhin dazu beitragen, die Interessen der Fußballfans in den neuen Rahmenbedingungen wahrzunehmen und zu begleiten, gemeinsam im Netzwerk zu diskutieren und letztendlich auch die eigenen Arbeitsansätze und Methoden weiterzuentwickeln.

Auf der dreitägigen Jahrestagung haben die Mitarbeiter*innen der Fanprojekte die Arbeit in den zurückliegenden Monaten und Jahren u.a. in zehn Workshops reflektiert und über zukünftige Herausforderungen gesprochen. Die Tagung endete am dritten Tag mit der Mitgliederversammlung, in der Sophia Gerschel (Fanprojekt Karlsruhe) und Christian Keppler (Fanprojekt Jena) erneut das Vertrauen als Bundessprecher*in für ihre nun dritte Amtsperiode erhielten.

Die Tagung hat deutlich gezeigt: Ja, der Fußball ist immer noch wichtig und die Soziale Arbeit mit Fußballfans damit auch! Nicht nur während der Pandemie hat sich die Arbeit der Fanprojekte auf neue Gegebenheiten eingestellt und bewährt. Ein wichtiger Erfolgsfaktor bleibt damit das langfristige, stabile und Spielklassen unabhängige Bekenntnis aller Förderer zur weltweit einmaligen Idee „Fanprojekte nach dem Nationalen Konzept Sport und Sicherheit“.

Sophia Gerschel/Christian Keppler
BAG Sprecher*innen


Stellenausschreibung: Fanprojekt Kaiserslautern

Das AWO-Fanprojekt Kaiserslautern ist eine sozialpädagogische Jugendhilfeeinrichtung für Jugendliche
und junge Erwachsene Fußballfans im Umfeld des 1. FC Kaiserslautern. Die Rahmenbedingungen
ergeben sich sowohl aus den gesetzlichen Bestimmungen des SGB VIII (insbesondere §11 und §13) sowie
auf der Grundlage des Nationalen Konzepts Sport und Sicherheit (NKSS).

Sie erwartet:
• Aufsuchende Jugendsozialarbeit (Streetwork) in der Lebenswelt der Fanszene des 1. FC Kaiserslautern
• Begleitung und Teilnahme an Heim- und Auswärtsspielen des 1. FC Kaiserslautern
• Beratung, Betreuung und Unterstützung der Jugendlichen und jungen Erwachsenen Fußballfans
• Organisation und Durchführung von U18-Fahrten zu Auswärtsspielen
• Organisation und Durchführung bestehender Angebote
• Konzeption, Entwicklung weiterer Angebote im Dialog mit und für Jugendliche und junge Erwachsene Fußballfans
• Konzeption und Entwicklung bildungspolitischer Angebote und Veranstaltungen
• Netzwerkarbeit innerhalb der lokalen Jugendhilfe sowie mit bundesweit agierenden Fanprojekten

Komplette Stellenausschreibung


Fanprojekt Dresden – Rückblick auf die Geschehnisse am 16.05.2021

Am vergangenen Montag haben wir in einer ersten Stellungnahme die Aufarbeitung der Ereignisse rund um das Spiel der SG Dynamo Dresden gegen Türkgücü München vom 16.05.2021 angekündigt. Die Hintergründe der Eskalationen sind vielfältig. Die folgenden Ausführungen stellen für uns keine abschließende Bewertung dar, sondern sollen vielmehr Ausgangspunkt für weitere Analysen gemeinsam mit verschiedenen relevanten Akteuren, z.B. Verein, Fans, Polizei und Stadt, dienen.

fanprojekt-dresden.de/stellungnahme


„Immer wieder Dynamo“ – Dokumentation über weibliche Dynamo-Dresden-Fans

Anlässlich des Internationalen Frauentages wird die Dokumuntation „Immer wieder Dynamo“ vom Fanprojekt Dresden veröffentlicht. In diesem knapp einstündigen Film werden elf weibliche Dynamo-Fans im Alter von 19 bis 59 Jahren im Interview-Stil porträtiert. Dabei gewähren sie individuelle Einblicke in ihre Fan-Erlebnisse, stellen ihr vielfältiges Engagement für den Fußballverein SG Dynamo Dresden und seine Fankultur dar und erklären ihre schwarzgelbe Leidenschaft. Auch kritische Anmerkungen fehlen dabei nicht. In einem männlich geprägten Fußballmilieu sind Frauen oft unterrepräsentiert bzw. werden kaum wahrgenommen. Diese Leerstelle möchte der Film „Immer wieder Dynamo“ für den Standort Dresden zu einem Teil schließen.

fanprojekt-dresden.de/filmpremiere


BAG der Fanprojekte zum Abschlussbericht der DFL „Task Force Zukunft Profifußball“

Am Mittwoch, den 3. Februar 2021, hat die DFL den Abschlussbericht der „Task Force Zukunft Profifußball“ vorgestellt. Die Einrichtung dieser Task Force erfolgte als Reaktion auf die Aktivitäten verschiedener Fanorganisationen. „Der grundsätzliche Gedanke, Wünsche und Anregungen von Fans ernst zu nehmen und sogar eigens eine Task Force für einen Austausch zur Zukunft des Profifußballs einzurichten, vermittelte Hoffnung in Bezug auf Veränderungen im Fußball im Sinne der Zuschauer*innen und Fans“, so Sophia Gerschel, die Sprecherin der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte (BAG). Schließlich hatten mehrere Teilnehmer*innen aus Fankreisen diesen Prozess maßgeblich vorangetrieben und mit Inhalten gefüllt. Umso erstaunlicher ist es aus unserer Sicht, dass im Rahmen der PK an die Niederlagenkompetenz der Teilnehmer*innen appelliert wurde. „Die von den Fans investierte Zeit, Nerven und Arbeit in Projekte ist Wertzuschätzen, und nicht durch unglückliche Formulierungen abzumildern,“ so die 35jährige Fansozialarbeiterin. Es gelte, den nicht zu unterschätzenden Beitrag der Fans und Fanszenen stärker hervorzuheben.

Die von allen Seiten gelobten konstruktiven Diskussionsbeiträge und thematischen Auseinandersetzungen innerhalb der Task Force machen deutlich, dass dieser Abschlussbericht allenfalls ein Zwischenfazit sein kann und keineswegs alle Themen nennen kann, die in den Runden der Task Force angesprochen wurden.

„Es gilt nun, was Herr Seifert in der Pressekonferenz formuliert hat: der Fußball wird gemessen an der Umsetzung des angestoßenen Prozesses und den daraus resultierenden Reformen“, so Gerschel weiter und begrüßt die von der DFL formulierte Fortführung des Prozesses.


Sophie von La Roche-Preis 2020 für Antje Hagel vom Fanprojekt Offenbach

Das Fanprojekt Offenbach freut sich über die Auszeichnung der Stadt Offenbach am Main an Antje Hagel. Die Leiterin des Fanprojekts Offenbach erhält den Preis in Anerkennung und Würdigung ihres herausragenden Engagements für die Gleichstellung von Frauen und Mädchen sowie den Abbau von Stereotypen und gegen Sexismus, Rassismus und Diskriminierung im Fußball aus.

Die Auszeichnung, die dem Lebenswerk der Schriftstellerin Sophie von La Roche gewidmet ist, wird alle zwei Jahre verliehen und ist mit einem Preisgeld von 1.500 Euro dotiert. Die Preisverleihung fand am späten Freitagnachmittag in Corona bedingtem kleinen Kreis statt. Nach der Begrüßung durch die Stadträtin Marianne Herrmann und die Laudatio von Steffie Wetzel, Erzieherin, ERWIN-Mitherausgeberin und OFC-Fan aus Leidenschaft, überreichte Marianne Herrmann den Sophie von La Roche-Preis 2020 im Namen des Magistrats der Stadt Offenbach.
Antje Hagel ist studierte Kultur- und Politikwissenschaftlerin und gründete mit Andreas Lampert und Volker Goll bereits 1994 das unabhängige Fan-Magazin der Offenbacher Kickers „ERWIN“. Auch auf ihr Betreiben hin, steht der ERWIN bis heute für eine offene und vielfältige Fankultur, in der jede und jeder – bestenfalls frei von Diskriminierung – seinen Platz hat.

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Positionspapier der Bundesarbeitsgemeinschaft Streetwork/ Mobile Jugendarbeit e. V.

[…] Die Fachkräfte von Streetwork/ Mobiler Jugendarbeit stehen den Adressat*innen als verlässliche Ansprechpartner*innen zur Seite und pflegen den Kontakt. Ziel ist es, weder den Zugang noch den Kontakt zu den Adressat*innen zu reduzieren oder gar zu verlieren und – auch für neue Kontakte – präsent und ansprechbar zu sein. Die Kontaktaufnahme und -pflege findet derzeit sowohl über digitale Kanäle als auch über „Face-to-Face“-Begegnungen statt. Dabei entwickeln die Fachkräfte einerseits neue, kreative Ideen und innovative Lösungen und schaffen es andererseits „klassische“ Methoden des Arbeitsansatzes bedarfsorientiert und bedarfsgerecht an die aktuelle Situation anzupassen. Die in den fachlichen Standards1 formulierten, handlungsleitenden Arbeitsprinzipien gelten auch in Zeiten von Corona:

Aufsuchende Arbeit im öffentlichen Raum
Durch die Aufsuchende Arbeit im öffentlichen Raum werden Menschen erreicht, die sich dort nach wie vor häufig aufhalten, insbesondere auch diejenigen, die über digitale Angebotsformate nicht oder nur schwer erreicht werden können oder auch wollen. Die Fachkräfte sind im Sozialraum präsent und ansprechbar und leisten gezielt Aufklärungs-, Informations- und Unterstützungsarbeit bis hin zur Krisenintervention vor Ort.
Für die Aufsuchende Arbeit im öffentlichen Raum gilt es – wie auch in Zeiten vor Corona – keine ordnungspolitischen Aufträge anzunehmen. Verstöße gegen Aufenthalts- und Ausgangsbeschränkungen oder Kontaktverbote zu melden, zu kontrollieren oder gar Sanktionen durchzusetzen, gehört nicht zum Aufgabenprofil sozialpädagogischer Fachkräfte. Ein solches Vorgehen stellt die auf Vertrauen basierte Beziehung zwischen der Fachkraft und den Adressat*innen in Frage und ist nicht mit den fachlichen Arbeitsprinzipien vereinbar. […]

bag-streetwork.de/positionspapier



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